Eine gute Zeit in Malmö

Lisa Bremer, 20, war die erste Teilnehmerin beim Azubi Exchang©e von 24plus. Sie machte sich auf zum Schnupperpraktikum bei Gödecke Logistik in Schweden

Hauneck, Malmö, 30.09.2014 Die Reisetasche gepackt, die Zugfahrkarte und das Taschengeld eingesteckt, die Handynummern der neuen Kollegen in der Tasche – so stand Lisa Bremer, Auszubildende im zweiten Lehrjahr bei der Emons Spedition in Urmitz, am Vormittag des 16. August 2014 auf dem Koblenzer Bahnhof. Ihr Ziel: Malmö. Ihr Auftrag: Neuland zu betreten, in zweieinhalb Wochen neue Erkenntnisse zu gewinnen, Eindrücke zu sammeln – und auszuprobieren, ob das Azubi-Austauschprogramm von 24plus in der Praxis funktioniert. Denn Lisa Bremer war die erste, die im Rahmen des Azubi Exchang©e von 24plus zu neuen Ufern aufbrach.

Lisa Bremer hatte eine gute Zeit in Malmö.

 

Die erste und einzige Panne ereignete sich gleich bei der Anfahrt. Der Zug wurde in einen Wildunfall verwickelt und stand erst einmal auf der Strecke. Bis ein Ersatzzug bereitstand, verging einige Zeit. Daher kam Lisa Bremer nicht kurz vor, sondern spät nach Mitternacht in Malmö an, wo die Kollegen von Gödecke Logistik mit einem Pappschild in der Hand immer noch auf dem Bahnsteig warteten. „Ich war total platt und sehr froh, dass ich gleich in das Appartement verfrachtet wurde“, sagt die junge Frau. Bei dieser Panne sollte es aber bleiben. Lisa Bremer: „Der restliche Aufenthalt war nur schön und sehr interessant.“

Verstanden sich auf Anhieb gut: Linnea Olsson und Lisa Bremer.

Gastgeber sind vorbereitet

Dies lag auch daran, dass Stefan Sönderby, Niederlassungsleiter bei Gödecke Logistik in Malmö, sich auf seinen Gast vorbereitet hatte. Die Unterkunft für die junge Frau hatte er über private Kontakte organisiert. Lisa Bremer bekam während ihrer Zeit in Malmö ein Fahrrad geliehen, mit dem sie die Stadt und den Ostseestrand erkunden konnte. Und Sönderby hatte für das Schnupperpraktikum eine Reihe von Aufgaben für Lisa Bremer vorbereitet. „Sie sollte sich nicht als fünftes Rad am Wagen fühlen“, erklärt der Logistiker, „sondern als Mitglied unseres Teams echte und qualifizierte Arbeit leisten.“ Einzige Vorzugsbehandlung für Lisa Bremer: Sie durfte schon um drei Uhr nachmittags Feierabend machen. Damit blieb ihr die Zeit, per Rad oder Bus die Stadt zu durchstreifen, einzukaufen und ihren kleinen Haushalt zu führen. Im Betrieb erfasste Lisa Bremer Aufträge im Speditionssystem, was auf Schwedisch gar nicht so einfach war, machte bei der Abrechnung mit und half bei der Verarbeitung von Sendungsdaten aus dem 24plus-Netz. Bis auf die Aufträge war die Sprachbarriere kein Problem. „Die meisten sprachen Deutsch, nur mit zwei Kollegen musste ich auf Englisch kommunizieren“, erklärt Lisa Bremer. „Seit meinem Fachabi sind zwar erst zwei Jahre vergangen, aber es tat ganz gut, das Englisch wieder aufzufrischen und dabei Logistikbegriffe zu verwenden.“

Schweden und Deutschland im Vergleich

Im Schnupperpraktikum lernte Lisa Bremer auch Unterschiede zwischen dem Speditionsgeschäft in Schweden und in Deutschland kennen. „Spedition in Schweden ist ein Schreibtischjob“, erklärt sie. „Umschlag und Transport werden von Dienstleistern übernommen. Wenn die Fahrer einen Empfänger nicht erreichen oder beim Kunden warten müssen, machen sie das zuerst mit ihrer Firma aus. Deshalb geht es in Schweden in der Spedition viel ruhiger zu als in Deutschland.“ Daher können in Schweden kleine Teams große Sendungsmengen speditionell abwickeln. Weil die Dienstleister in Transport und Umschlag aber auch Verwaltungstätigkeiten übernehmen, sind diese Dienstleistungen teurer als hierzulande.

Und noch eine Besonderheit konnte Lisa Bremer ausmachen: In Schweden geht es im Betrieb sehr familiär zu. Jede Woche gibt es bei Gödecke Logistik ein gemeinsames Frühstück, bei dem private wie geschäftliche Dinge zur Sprache kommen. Mittags gehen Kolleginnen und Kollegen oft miteinander essen und unternehmen auch privat viel miteinander. „Ich wurde überall hin eingeladen“, so Lisa Bremer, „aber ich hatte auch meine Freiräume.“ Ihre Zeit bei Gödecke Logistik möchte sie nicht missen und rät allen Azubis, die Möglichkeiten zum Austausch zu nutzen: „Das bringt einen weiter.“ Auch ihr Ausbildungsbetrieb und ihr Gastbetrieb haben bereits von dem Austausch profitiert. Kurz nachdem Lisa Bremer ohne Zwischenfall zurückgekehrt war, hatte Gödecke Logistik ein Problem: Die Schweden sollten in der Nähe von Koblenz Waren aufnehmen, doch an der Ladestelle stand kein Stapler zur Verfügung. „Also haben meine schwedischen Kollegen mich angerufen“, sagt Lisa Bremer stolz. „Ich habe es dann organisiert, dass die Ware zu uns nach Urmitz gebracht und zwischengelagert wurde. Damit war das Problem gelöst.“

Weiter Infos zu der Emons Spedition: www.emons.de

Azubi Exchang©e von 24plus ist ein Programm, mit dem Azubis aus dem 24plus-Netz, vorzugsweise im zweiten oder dritten Lehrjahr, einen Partnerbetrieb zu eines Schnupperpraktikums besuchen können. Ziel ist es, jungen Menschen die Möglichkeit zu geben, ihren Horizont zu erweitern und die Attraktivität der Logistikberufe zu vergrößern. Informationen über aufnehmende Partner in Deutschland und Europa sowie einen Leitfaden zu den Modalitäten (Versicherungsschutz, Freistellung von der Berufsschulpflicht, Kosten) können bei der Systemzentrale bestellt werden.

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